Nachrichtenbild

Ein Kommentar von Florian Pitz, Jugend-Tischtennis-Trainer des TSV Hofolding

Die Inzidenzen sinken deutschlandweit, in Bayern - aber auch bei uns im Landkreis. Durch die Impfungen wird sich die pandemische Lage jetzt mehr und mehr zur endemischen Lage mit regionalen Ausbrüchen weiterentwickeln. Nun heißt es Wunden lecken und die richtigen nächsten Maßnahmen einleiten.

Viele Kinder und Jugendliche waren jetzt monatelang mit begrenzten sozialen Kontakten zu Hause, haben im Homeschooling ihr persönliches Bestes gegeben. Im Vergleich zu Erwachsenen ist aufgrund der deutlich kürzeren Lebensspanne der Kinder und Jugendlichen ein viel größerer Teil ihres Lebens durch die Pandemie betroffen und auch momentane Situationen werden viel eindrücklicher wahrgenommen.

Aber genau an diesem Punkt können wir als Eltern ansetzen. Wir müssen nun auch unser Bestes tun, um den Kindern wieder ins normale Leben zu helfen. Wir müssen ihnen helfen wieder zurück in den normalen Alltag zu finden, neue und andere Eindrücke vom Leben zu bekommen.

Wissenschaftler sind sich derzeit nicht einig über die konkreten Auswirkungen der sozialen Abgeschiedenheit auf Kinder und Jugendliche. Fast jedes dritte Kind leidet in Folge der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Laut Silvia Schneider, Professorin für Kinder- und Jugendpsychologie, handelt es sich hierbei jedoch meist um eine Niedergeschlagenheit, die der Situation angemessen ist.

Eine Möglichkeit den Kindern zu helfen ist es, soziale Kontakte in Zukunft zu stärken und mit Freunden wieder deutlich mehr zu unternehmen, eine andere in Vereine einzutreten, um vorhandene soziale Strukturen und deren Zusammenkünfte zu nutzen. Auch einfach mal was Neues ausprobieren.

Zusätzlich bietet der Sport in Sportvereinen eine körperliche Aktivität, schüttet Endorphine aus und hilft dabei, wieder zielgerichteter und fokussierter seinen Lebensweg zu gehen. Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, wenn wir als Eltern mit den Kindern ein paar Schritte auf diesem Weg gehen und ihnen Möglichkeiten und Optionen aufzeigen. Der Sport kann den Kindern und Jugendlichen an dieser Stelle über den in den letzten eineinhalb Jahren aufgebauten Hügel helfen und seine Stärken ausspielen.

Wir beim Tischtennis werden die nächsten Monate viel mit den Kindern sprechen, versuchen sie bei ihrer Situation zu unterstützen und neben dem Training nach Möglichkeit die ein oder andere Freizeitaktivität anbieten. Das Trainingslager in Hilpoltstein zum Ende der Sommerferien mit Minigolf, Bubble-Soccer und Schwimmbad - ein schöner Gedanke. Aus heutiger Sicht vielleicht ein wenig optimistisch, aber ich bin zuversichtlich, dass bald wieder deutlich mehr möglich ist. Wieder mehr in Richtung normales Leben.

Quelle: DER SPIEGEL 19/2021: Was wir jetzt für unsere Kinder tun müssen