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Nach fast 16 Monaten ist es nun soweit. Wir, die Tischtennisabteilung des TSV Hofolding, verabschieden uns schweren Herzens von unserem BFDler Dennis Türk.

Wir freuen uns sehr, dass Dennis in so kurzer Zeit ein fester Bestandteil unseres Teams geworden ist. Ob als Jugendtrainer, Spieler der 1. Herrenmannschaft oder Betreuer, er gab immer sein Bestes und man konnte sich voll und ganz auf ihn verlassen. Durch seine Vorbildung als angehender Erzieher, sein Niveau im Tischtennis und seine offene Art war er ein Glücksfall für uns alle.  Wir werden ihn vermissen und wünschen ihm für die weitere Zukunft alles erdenklich Gute. Leider fehlte aufgrund der derzeitigen Situation seine verdiente Abschiedsparty.

Aber lest selbst wie es ihm in Hofolding ergangen ist:

Im November 2018 habe ich meinen Bundesfreiwilligendienst (BfD) beim TSV Hofolding begonnen, ohne eine genaue Vorstellung davon zu haben, was mich erwarten wird oder wo dieses Hofolding überhaupt liegt.

Die ersten 1-2 Monate war Eingewöhnung an die alltäglichen Herausforderungen angesagt. Lediglich die Trainingszeiten standen fest. Jeden Donnerstag leitet Alexander Yahmed, Bundesligatrainer der Damenmannschaft aus Schwabhausen unser Training. Ich konnte sehr viel neues Wissen durch ihn erlangen und im Anschluss unter seiner Leitung sogar selbst trainieren. Der Rest der Woche gestaltete sich immer ein wenig unterschiedlich, wie zum Beispiel die Punktspiele und Turniere.

Innerhalb des Jahres standen Seminare des Deutschen Tischtennisbundes und Trainingslager vom TSV Hofolding an. Das erste Seminar, das ich besuchte, fand im Rahmen des Schulturnieres Jugend trainiert für Olympia in Berlin statt. Meine Aufgabe war der Auf- und Abbau des Spielortes, sowie die Teilnahme an Vorlesungen zum Thema Inklusion im Tischtennis. Die Woche an sich war sehr informativ und interessant, da ich auch die anderen BfDler kennen lernen durfte. Der letzte Tag allerdings ging sehr in die Knochen. Wir waren ca. 10 Stunden bis in die Nacht beschäftigt die Spielstätte abzubauen nachdem wir am Morgen bereits zwei Vorlesungen besucht hatten.

Das nächste Highlight war das Trainingslager im italienischen Lignano, das die Abteilung Tischtennis seit mehreren Jahren besucht. Jedes Jahr aufs Neue fiebern die Kinder darauf hin. Vor Ort standen zwei Trainingseinheiten je zwei Stunden pro Tag an. Allerdings haben wir auch andere Unternehmungen vollzogen, wie zum Beispiel der Besuch des örtlichen Strandes oder das Essen in einer italienischen Pizzeria. Durch das Event werden nicht nur die Tischtennisfähigkeiten verbessert, sondern auch die persönlichen Bindungen der Teilnehmer untereinander, sowie der Zusammenhalt innerhalb Gruppe. Für mich war es sehr aufregend, da ich vorher noch nie an einem Trainingslager teilgenommen habe und in Italien war ich auch noch nie.

Da der TSV Hofolding seit mehreren Jahren einen guten Kontakt zum 2. Bundesligaverein TV Hilpoltstein pflegt, besucht Spitzenspieler Alexander Flemming jedes Jahr für ein Wochenende unsere Sportstätte und bietet ein Trainingswochenende für alle Mitglieder an. Ich hatte noch nie die Möglichkeit, mich mit einem Spieler dieser Qualität zu unterhalten, weshalb es ein sehr aufregendes Wochenende war.

Ein paar Wochen später stand dann erneut ein Event mit Alexander Flemming auf dem Programm, da es eine weitere Tradition des TSV Hofolding ist, das Trainingslager des TV Hilpoltstein zu besuchen. Diesmal war ich Teil des Trainerteams und habe versucht mein Wissen an unbekannte Kinder weiterzugeben. Das hat mich ein bisschen an die ersten Trainingseinheiten in Hofolding erinnert, als ich noch keinen kannte.

Zurück in Hofolding musste ich mich entscheiden, ob ich meinen BfD noch für ein halbes Jahr verlängere oder nicht. Da mir die Arbeit sehr viel Freude bereitet und ich mir über meine persönliche Zukunft noch nicht klar war, habe ich mich dann schlussendlich dafür entschieden in Hofolding zu bleiben. Nach den Sommerferien sind wir direkt in die Saisonvorbereitung eingestiegen. Und meines Erachtens nach haben sich alle der 7 Jugendmannschaften sehr stark in ihren jeweiligen Ligen präsentiert.

Im Januar dieses Jahres stand dann für mich das letzte Seminar in Magdeburg auf dem Programm. Diesmal bin ich für die Veranstaltung der German Open angereist. Ein echt cooles Seminar, da wir diesmal in einem geringeren Volumen für den Auf- und Abbau eingeteilt wurden und uns tatsächlich viel mehr mit dem Profigeschäft im Tischtennis befassen konnten.

Als ich dann zurück in Hofolding war, waren meine Tage allmählich gezählt. Mein Arbeitsvertrag wäre eigentlich bis 31.3. gültig gewesen. Allerdings wurde die Saison aufgrund des Corona-Virus für alle Tischtennisspieler in Deutschland frühzeitig abgeschlossen. Dadurch hatte ich leider keine Chance mehr darauf die letzten Wochen zu genießen. Aber auch der persönliche Abschied von den meisten blieb mir untersagt und konnte nur in sehr kleiner Runde stattfinden.

Der BfD beim TSV Hofolding hat mir persönlich gezeigt, was man mit großem Engagement alles erreichen kann. Die Grundlage, die die Funktionäre für die Kinder geschaffen haben, ist ideal. Wenn man bedenkt, dass neben mir auch immer noch mindestens ein weiterer Trainer in der Halle steht und die Punktspiele sowie Turniere betreut und weiß, dass diese das alles nicht hauptberuflich machen, ist das unglaublich. Ich bin sehr dankbar für die nicht selbstverständliche Unterstützung die ich während des Jahres bekommen habe. Ohne die wäre das Jahr für mich auch nicht so möglich gewesen. Ich kann nur jedem raten, wer auch einen BfD im Tischtennis machen will, sich beim TSV Hofolding zu melden.