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Hofolding - Die Vereins-Farbe lila leuchtete überall, als der TSV Hofolding auf dem Gelände an der Fichtenstraße sein 70-jähriges Bestehen feierte. Bei sommerlichen Temperaturen dominierte die traditionelle Vereinsfarbe nicht nur auf der festlichen Geburtstagstorte sondern auch beim fröhlichen Treiben auf dem Vereinsgelände.

700 Mitglieder zählt der Verein mittlerweile, darunter auch über 200 Kinder und Jugendliche. Viele fröhliche Gesichter von Jung bis Alt tummelten sich auf dem Freigelände und in der Turnhalle. Von Kinderschminken bis Hüpfburg reichte das Angebot für die Kleinsten. Viele Teilnehmer bewiesen einen mehr oder weniger austrainierten Fitnesszustand bei der "Lila Olympiade" entlang mehrerer Gaudi-Wettkampfstationen sowie beim generationsübergreifenden Fußballturnier.

Der Spaß an der Bewegung und am lustigen Miteinander stand im Vordergrund. Gleichzeitig bildeten die Einzelveranstaltungen auch das vitale Vereinsleben eines gewachsenen und in der Gemeinde tief verwurzelten Vereins mit seinen Abteilungen Fußball, Turnen und Gymnastik, Tischtennis, Volleyball, Ski und Theater ab.

Am Abend wurde es dann auch feierlich. Einer der Höhepunkte: Neun Gründungsmitglieder des TSV wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft und ehrenamtliches Werkeln zu Ehrenmitgliedern ernannt. Maria Werner, Maria Busta, Emmeran Buechl, Herbert Horvath, Ludwig Kronester, Hermann Redel, Gottfried Rottenhuber, Heinz Schweiger und Eduard Werner wurden nach 70 Jahren Vereinszugehörigkeit diese besonderen Ehre zuteil. "Da kann man nur herzlich gratulieren", freute sich Vorstand Marcel Hertl mit den Geehrten. "Diese Herrschaften stehen beispielhaft für das harmonische Zusammenwirken aller im wichtigen Sozialen Netzwerk TSV".

Der aus Berlin stammende Neu-Vorsitzende weiß aus eigener Erfahrung um die Wichtigkeit eines harmonischen Vereinsleben wie in Hofolding. "Wir sind 2007 aus der Millionen-Stadt Berlin ins ländliche Hofolding gezogen und wurden beim TSV schnell heimisch, knüpften neue Kontakte und schlossen Freunschaften." Die ganze Familie ist mittlerweile beim TSV in verschiedenen Abteilungen aktiv. 

Marcel Hertl übernahm auch in der Vereinsführung Verantwortung. Wünsche? "Es soll ein so tolles Zusammenwirken bleiben wie bisher." Eine Dreifachturnhalle, in der Gemeinde oft diskutiert, brauche es dafür nicht, lautet seine durchaus überraschende Erkenntnis. Grund: "Der Standort wäre wohl irgendwo in Brunnthal. Wenn unsere Kinder aber erst durch den Wald zum Üben müssen, könnte das das Ende des Vereins hier in Hofolding sein." Die "Violetten" wollen deshalb trotz einiger Raumnöte in jenem Ort bleiben, wo sie die vergangenen 70 Jahre erfolgreich wirkten. In Hofolding eben.

"Sehnsuch nach friedlich-fröhlichem Zusammensein"

"Ja mei, 1948 wurden viele Vereine gegründet. Man wollte nach den Schrecken des Weltkriegs eine neue Zeit einläuten, sehnte sich nach Bewegung, Sport und friedlich-fröhlichem Zusammensein - das war auch beim TSV Hofolding nicht anders!" Renate Foggia ist zwar eingentlich viel zu jung für die historische Einordnung eines jetzt 70-jährigen Vereins. Doch die Abteilungsleiterin Turnen hat immer ein Ohr im und am TSV. Seit einem Vierteljahrhundert ist sie selbst an der Fichtenstraße mit von der Partie und hat fürs Jubiläum auch in den Annalen gewühlt.

Von zwei Dutzend Gründunsmitgliedern mit dem Willen zum fortan vereinsgebündelten Sport wurde der TSV Anfang 1948 aus der Taufe gehoben. Kontinuierlich ist der Verein als wichtiges gesellschaftliches Bindeglied in den Jahren und Jahrzehnten gewachsen. Nicht nur an Mitgliedern - auch immer mehr Abteilungen kamen im Laufe der Zeit hinzu. Den Anfang machen die Fußballer, die nach schweren Jahren künftig wieder an die früheren Erfolge anschließen wollen und mit der "Ersten" zumindest wieder in der Kreisklasse dauerhaft Fuß fassen wollen.

Im Nachwuchsbereich arbeiten die Hofoldinger ohnehin akribisch. In den 1950er Jahren kamen die Turner und 1972 die Gymnastiker hinzu. "Da hatten die Frauen die Vorreiterrolle", schmunzelt Foggia. 1970 wurde die Skuabteilung gegründet - reizvolle Ausflüge in die Berger inklusive. Später gesellten sich die Volleyballer und die besonders im Nachwuchsbereich inzwischen sehr erfolgreichen Tischtennis-"Aktivisten" dazu. Den kulturellen Anspruch des Vereins vermittelt seit vielen Jahrzehnten die Theater-Gruppe es TSV. Insgesamt ein sehr gelungenes Vereinskonstrukt.