Nehmt die Wäsche von der Leine – die Komödianten kommen!„ – so soll im 18. / 19. Jahrhundert noch gesagt worden sein, wenn Zirkusleute, Komödianten – also fahrendes Volk – mit ihrem Karren durch die Lande gezogen sind, um auf Marktplätzen, in den Straßen oder um Ortsrand ihre Künste vorzuführen. Die Obrigkeiten schränkten das bunte Treiben kaum ein, - das Volk brauchte ja seine Vergnügungen, es machte nichts, wenn die Späße zuweilen etwas derb ausfielen. Aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts wehte in Bayern ein anderer Win , obrigkeitliche Verbote unterdrückten v. a. auf dem Lande das Theaterleben erheblich. So wird 1835 berichtet (Ludwig Steub 1812 – 1889): „ ... alles von derowegen weil unser Gspiel dahier der Sparsamkeit und guten Sitten schaden könnte ... „Haben die Verbote viel genutzt? Die Lust am „Komödi – Spielen„ war nicht einzudämmen, - Gott sei Dank!

Das zeigen auch unsere Komödianten, ein fröhliches, buntes Häuflein von Menschen, die zwar Geld zum Überleben brauchen, die aber vor allem Freude am Spiel haben und den Dorfbewohnern diese Freude vermitteln wollen. Das „harte Komödiantenbrot„ nehmen sie dafür in Kauf. Sie präsentieren unverdrossen ihre Künste wie den Flohzirkus, die Dame ohne Unterleib, den Jongleur ...

Was wollen da plötzlich die schwarzen Gestalten, die in dem Auftauchen der Zirkusleute, der „ Fremden „ eine Gefährdung ihrer Stellung fürchten, wo sie doch mit ihrer Lustfeindlichkeit, Humorlosigkeit und Strenge „alles im Griff„ haben? Ordnung muß herrschen!

Was hinter dem Gehabe , den Reden der drei „Dorfvertreter„ steckt , ist für die offenen , menschenfreundlichen Komödianten – Künstler nicht leicht zu erkennen . Sind die drei nur komisch – oder doch gefährlich? Aber der Einfallsreichtum der Komödianten, ihre Lust am Spiel , die Fähigkeit, gerade mit diesem Spiel die menschlichen Schwächen aufzuzeigen, könnte die Starrheit aufbrechen ...

Ob es gelingt, - das werden unsere Zuschauer erfahren !

Eine bayerische Komödie

mit Musik in drei Akten von

Peter Landstorfer