Was ist ein Ehestreik? Wer bestreikt wen? Ist es gar so, dass die Ehe als Institution bestreikt wird, aus welchen Gründen auch immer? Ja, früher war es ziemlich selbstverständlich, dass die von der Natur, von der Kirche, der Gesellschaft erwünschte Kopulation nur im „geordneten“ Rahmen stattfand. Man sprach von „ehelichen Pflichten“ – vorrangig zum Zwecke der Reproduktion der Familie, wobei das Weib dem Manne Untertan sein sollte – hatte es der Schöpfer – laut Bibel – doch aus der Rippe des Mannes gebastelt. Also war es unerhört, wenn es ihn – den Mann – zu nächtlicher Stunde aus dem Schlafgemach verbannte.

Derartiges geschah just im 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in einem antiken Lustspiel: Die Frauen von Athen setzten ihre Männer unter Druck, auf dass sie das Kriegsführen bleiben lassen sollten. Dieses Thema ist in Variationen immer wieder auf die Bühne gebracht worden. Da mag, wie im „Ehestreik“ von J. Pohl, eine böse Intrige der Auslöser sein. Und was kann dabei alles hochkochen, was bislang unter dem Deckel gehalten wurde ... Eifersucht, Herumstochern in der Vergangenheit, lustvolles über die Stränge schlagen ... Die kleine „heile Welt“ stürzt in ein Chaos.

Kann es Rettung geben? Wer ist der wirklich Schuldige? Sind sie nicht alle mitschuldig auf Grund ihrer menschlichen Schwächen – Männer wie Frauen -? Getrost: Sie mögen und brauchen sich beide, ein altes Thema. „Ein Mann, ein Weib, ein Weib, ein Mann.

- Tristan Isold, Isold Tristan“, so heißt es in einer anderen Geschichte, die beispielhaft die magische, durch Vernunft nicht erklärbare Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern aufzeigt, - leider endet diese Geschichte tragisch.

Und wie geht es mit Annamirl und ihrem Bartl? Mit Pepi und Jakob und all den anderen Paaren?

Die Zuschauer werden es erleben!

Ländliches Lustspiel in drei Akten

von Julius Pohl