In Altbayern ging und geht man nicht nur zu besonderen Anlässen, wie Hochzeit, Leichenschmaus oder Vereinsfeiern zum Wirt, – nein, auch um in vertrauter Runde – in der Regel einer Männerrunde – am Stammtisch eine frische Maß Bier genießen zu können.

Der Wirt ist der „Bräu“, wenn zur Gaststätte eine Brauerei gehört, so auch beim Unterbräu in Burgberg, einem Marktflecken, wie es ihn überall geben könnte, mit Wirtshaus, Kirche, Friedhof, Post, Apotheke, kleinen Handwerksbetrieben und einer Metzgerei: Stätten mit Möglichkeiten für vielerlei Begegnungen und Gespräche, Nährboden für Geschwätz und Intrigen, ausschweifender – auch erotischer – Phantasien. Es gibt Trauer, deftige Fröhlichkeit, Heuchelei, Habgier und ein schlaues Spiel mit Gespensterangst und Aberglauben. Das Erschreckende wird komisch, der Unterbräu wird zum „Geisterbräu“. Derartige Verwandlungen gibt es ja auch heute, denken wir an Hexen- und Gespenstertreiben in alten und neuen Bräuchen.

Im Theater, das den Menschen oft einen Spiegel vorhält, das eine „reinigende Wirkung“ haben soll, ist Platz für vielfältige Geschichten, wie für die Geschichte des Sternes, eines alten Wirtshausschildes, das – erneuert – als Glücksbringer gelten kann.

Gibt es am Ende eine Lösung für scheinbar unlösbare Probleme? Dass dabei auch die Liebe ein wichtiges Element darstellt, ist ganz natürlich. Die Zuschauer werden sich letztlich ihren eigenen Reim auf all das machen können, was sie auf der Bühne wahrnehmen, was auf sie eindringt.

Volksstück in sechs Bildern von

Josef Maria Lutz