Herz-Schmerz Heimatschnulzen, -mit wie viel Publikumserfolg belebten sie Jahrzehnte lang deutsche, v.a. bayerisch-österreichische Volksbühnen und dann auch  die Fernsehkanäle. Allzu deftige Grobheiten in Sprache und Darstellung waren nicht angebracht, Männer sollten stark wie Bäume, Frauen sauber, hübsch und anschmiegsam sein. Sicher, nicht alles darf der Kritik unterworfen werden. Laienbühnen richten sich, auch heute noch, manche Vorlagen nach ihrem oft besseren Gespür zurecht. Das "Komödispielen" war in Bayern immer vielfältig und naturgemäß auch den Zeitströmungen ausgesetzt. Das Spiel auf der Bühne ist ein Spiegel der Zeit, stellt Bewegungen und Gegenbewegungen dar. Tabus, die überkommene Verhaltensweisen als unveränderbar erscheinen lassen, werden gebrochen, - man denke nur an Schauspieler, Kabarettisten oder Musikgruppen der Gegenwart wie Polt, Kroetz, Vilsmaier und die Biermösl Blos´n.  So ist die Vorlage von W. Asam, der sein Stück in den Anfang des 20. Jahrhunderts verlegt - als noch königlich bayerische Kuriere unterwegs waren, als es noch die Goldmark gab - doch ein Theaterstück unserer Tage,  mit den alten und immer wieder neuen Fragen: Was ist echtes Gefühl, was Vorspiegelung  - also das klassische Thema Schein und Sein, - dazu das Motiv des Doppelgängers, Versuche in andere Rollen zu schlüpfen, Täuschung und Enthüllung - fast wie im Krimi. Und dann noch das Karteln, ein Spiel im Spiel, das ein Kernstück des Theaters darstellt, wie der Titel "Herzsolo"  bereits erkennen lässt.

Gibt es, bei aller Grobheit, den weichen Kern in harter Schale  und vielleicht sogar das beliebte Happy End?  Dann wäre, bei allen Widersprüchen, die weißblaue Welt, der einer der Gesänge gilt, doch wieder in Ordnung ...